Richter hält an Beschluss fest: Trumps Name muss von Kennedy Center entfernt werden
Ein US-Bundesrichter hat den Antrag des Verwaltungsrats des Kennedy Centers in Washington sowie des Justizministeriums zurückgewiesen, die Entfernung des Namens von US-Präsident Donald Trump von der Fassade des renommierten Kulturzentrums zu stoppen. Kurz vor Ablauf der Frist für die Beseitigung des Schriftzugs am Freitag versammelten sich zahlreiche Schaulustige vor dem Kulturzentrum in der US-Hauptstadt.
Bundesrichter Christopher Cooper hatte Ende Mai entschieden, dass die von Trump vorgenommene Hinzufügung seines Namens rechtswidrig sei, da allein der US-Kongress das Recht zur Umbenennung habe. Er ordnete an, dass Trump seinen Namen binnen zwei Wochen von der Marmorfassade des Kulturzentrums entfernen lassen müsse. Von der Website war Trumps Name bereits Anfang der Woche entfernt worden.
Mit Blick auf den Ablauf der Frist wurde am Freitagvormittag am Gebäude ein Gerüst aufgebaut. Kurz vor dem Fristende um Mitternacht beantragte das Kulturzentrum jedoch eine Verlängerung der Frist um zwölf Stunden, wie US-Medien berichteten. Die Arbeit verzögere sich durch "Gewitter, die Sicherheitsrisiken für die Arbeiter darstellten", und werde nun voraussichtlich "in den frühen Morgenstunden" beendet, teilte der Geschäftsführer des Kennedy Center, Matt Floca, mit.
Am Freitagabend hatten sich zahlreiche Menschen vor dem Kulturzentrum versammelt. Die Menge begleitete den Aufbau des Baugerüstes, von dem aus Trumps Name von der Fassade entfernt werden soll. Auch im Internet verfolgten tausende Menschen in einer Live-Übertragung den Gerüstaufbau.
Das Kuratorium des Kulturzentrums und das Justizministerium hatten Cooper am Donnerstag aufgefordert, das Urteil auszusetzen. Der Richter wies den Antrag mit der Begründung zurück, dem öffentlichen Interesse sei "selten gedient durch die 'Fortführung' von 'rechtswidrigem' staatlichen Handeln". Der Verwaltungsrat und das Justizministerium legten daraufhin bei einem höheren Gericht Berufung ein.
Cooper hatte Ende Mai auch den Plan des Präsidenten, die Einrichtung ab dem Nationalfeiertag am 4. Juli für zwei Jahre zu schließen, vorerst gestoppt. Trump hatte den Schritt mit umfangreichen Renovierungsarbeiten begründet.
Nach seinem Amtsantritt hatte Trump die Leitung des Kennedy Centers entlassen und ein neues Direktorium unter seinem Vorsitz eingesetzt. Dieses beschloss dann im Dezember, Trumps Namen auf der Fassade über den des früheren Präsidenten John F. Kennedy zu setzen.
Nach der Ermordung von Präsident Kennedy 1963 war das Kulturzentrum zu seinen Ehren in Washington errichtet und 1971 eröffnet worden. Trump hatte es nach seiner Wiederwahl als linke, "woke" Institution bezeichnet und ein "patriotisches" Kulturprogramm angekündigt.
L.Kekai--HStB