Traum wird wahr: Elversberg folgt Schalke in die Bundesliga
Der Dorfverein aus Elversberg hat Geschichte geschrieben und sich den Traum von der Bundesliga erfüllt. Die Saarländer bezwangen Absteiger Preußen Münster am letzten Spieltag mit 3:0 (2:0) und erreichten den vorläufigen Höhepunkt ihres Fußballmärchens. Das Team von Trainer Vincent Wagner ließ im Dreikampf mit den zuvor punktgleichen Hannover 96 und Darmstadt 98 nichts mehr anbrennen und machte den größten Erfolg der Vereinsgeschichte perfekt.
Bambasé Conté (10.) und David Mokwa (14./66.) sorgten mit ihren Treffern für den dritten Aufstieg innerhalb von nur fünf Jahren. Die 12.800-Seelen-Gemeinde Spiesen-Elversberg wird damit zum kleinsten Standort der Bundesliga-Geschichte und löst Unterhaching mit seinen 22.000 Einwohnern ab. In der kommenden Spielzeit müssen die Stars von Bayern München oder Borussia Dortmund an die Kaiserlinde.
Das Saarland kehrt in der kommenden Spielzeit nach 33 Jahren in die deutsche Eliteliga zurück, auf der Tribüne jubelte Ministerpräsidentin Anke Rehlinger euphorisch mit.
Er sei trotz des ersten vergebenen Matchballs in der Vorwoche in Düsseldorf (1:3) "immer noch sehr optimistisch, dass wir das schaffen können", hatte Wagner gesagt: "Wir haben jetzt ein Endspiel - und den Luxus, dass wir zu Hause spielen." Ihre Anfangsnervosität schüttelten die Saarländer schnell ab, nach einem tollen Spielzug musste Conté den Ball aus drei Metern nur noch über die Linie drücken. Der Ball lief gut durch die eigenen Reihen, der Favorit drückte gewaltig aufs Tempo.
Mokwa schob nach starkem Querpass von Lasse Günther ein, wenig später verpasste er allein vor Johannes Schenk mit einem zu hohen Abschluss seinen zweiten Treffer (27.). Das Schlusslicht aus Münster wirkte im letzten Spiel seines Trainer Alois Schwartz phasenweise überfordert, erst in der Viertelstunde vor der Pause bekamen die Preußen den Elversberger Angriffswirbel etwas besser in den Griff.
Nach dem Wechsel drängten die Saarländer allerdings vehement auf eine schnelle Vorentscheidung. Lukas Petkov scheiterte aus zentraler Position an Schenk (48.), ansonsten haperte es einige Male an der Genauigkeit beim letzten Pass. Münster kam seinerseits kaum in die Nähe des gegnerischen Strafraums - und war quasi durchgehend mit Defensivarbeit beschäftigt.
Mokwa erhöhte aus kurzer Distanz und beseitigte auch die letzten Zweifel bei den Elversbergern, die in der Vorsaison noch in der Aufstiegsrelegation gescheitert waren. Die Schlussphase entwickelte sich unter dem Jubel der Fans zu einem Schaulaufen.
O.Kawai--HStB