Honolulu Star Bulletin - Tour: Philipsen siegt - Engelhardts Flucht nicht belohnt

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Tour: Philipsen siegt - Engelhardts Flucht nicht belohnt
Tour: Philipsen siegt - Engelhardts Flucht nicht belohnt / Foto: Roth - picture-alliance/Roth/SID

Tour: Philipsen siegt - Engelhardts Flucht nicht belohnt

Der bislang so bitterlich enttäuschende belgische Sprintstar Jasper Philipsen hat seinen ersten Etappensieg bei der 113. Tour de France gefeiert, für die deutschen Radprofis erfüllte sich am Tag nach dem Drama um Florian Lipowitz der Traum vom ersten Tageserfolg seit fünf Jahren dagegen nicht. Während Philipsen im Spurt einer großen Gruppe nach 174,7 km in Voiron triumphierte, kam der deutsche Meister Felix Engelhardt bei einem mutigen Fluchtversuch nicht durch.

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Der 28 Jahre alte Philipsen, der bei fünf Massensprints völlig enttäuscht hatte, schlug ausgerechnet bei einer Etappe zu, die nicht für die Sprinter gemacht war. "Die ersten zwölf Tage waren schrecklich. Den Sieg gebe ich ans Team weiter, das nie aufgehört hat, an mich zu glauben", sagte er.

Nach einem wilden Rennen setzte sich der Gewinner des Grüner Trikots von 2023, dem Ex-Weltmeister Mathieu van der Poel perfekt das Finale vorbereitete, vor dem Schweizer Mauro Schmid von Engelhardts Jayco-Team durch, der die 13. Etappe gewonnen hatte. Nach van der Poels Erfolg vor dem ersten Ruhetag war es der zweite Etappensieg für das Alpecin-Team.

Bester der sehr aktiven deutschen Radprofis war Georg Zimmermann auf Rang 18. "Ich bin sehr zufrieden, wir hatten uns viel vorgenommen", sagte der frühere deutsche Meister, der im Finale seinen Lotto-Kollegen Huub Artz auf Platz sieben führte. Engelhardt hatte nach großem Kampf letztlich rund drei Minuten Rückstand.

"Wir haben vieles richtig gemacht und waren vorne dabei, die Teamtaktik ist aufgegangen, auch wenn wir gerne einen weiteren Sieg gehabt hätten", sagte Engelhardt, der lange einer Fluchtgruppe angehört hatte, in der ARD: "In meiner Spitzengruppe war ich die kleinste Kerze, da muss man realistisch sein."

Während die Tour ihrem Finish in den Alpen entgegen rollte, erlebte Lipowitz die Etappe im Krankenhaus. Der Co-Kapitän des Red-Bull-Teams war am Vortag beim Einzelzeitfahren in Thonons-les-Bains übel gestürzt und hatte einen Schlüsselbeinbruch erlitten - aus der Traum vom erneuten Tour-Podest. "Es geht ihm gut, aber er ist natürlich mega enttäuscht", sagte Teamchef Ralph Denk.

Am "Zwischentag" nach dem Kampf gegen die Uhr und vor der Alpen-Trilogie mit über 10.000 Höhenmetern, die am Donnerstag mit der Bergankunft in Orcières-Merlette beginnt, hielten sich die Klassementfahrer zurück. In der Gesamtwertung führt weiter der slowenische Topfavorit Tadej Pogacar mit 4:32 Minuten Vorsprung auf Lipowitz' belgischen Teamkollegen Remco Evenepoel.

Der Traum vom Etappensieg lebte hingegen bei den elf noch im Feld verblieben deutschen Profis weiter - zuletzt hatte Nils Politt 2021 in Nimes triumphiert. Die Fahrt am Rande des Chartreuse-Nationalparks bot die letzte realistische Chance auf einen Ausreißersieg, dementsprechend verbissen kämpfte das Gros der Profis um einen Platz in der Ausreißergruppe. "Ich habe mir den Tag rot im Kalender angestrichen", sagte der frühere deutsche Meister Zimmermann.

Der Augsburger schaffte es zunächst nicht in die große Führungsgruppe, wohl aber sein Nachfolger: Engelhardt biss sich fest und setzte sich rund 50 km vor dem Ziel in einer Sechsergruppe ab. Kurz nach dem Zwischensprint trat Jasper Stuyven an - und der Belgier durfte vom Sieg träumen, ehe ihn die zusammengelaufene große Gruppe drei Kilometer vor dem Ziel schnappte.

K.Kalewa--HStB