Inklusive Andrich-Hammer: Leverkusen holt ersten Auswärtssieg
Dank eines Blitzstarts und viel Offensivpower hat Bayer Leverkusen in der Fußball-Bundesliga den ersten Auswärtssieg der Saison eingefahren. Beim FSV Mainz 05 behielt die Werkself in einem wilden Spiel mit 4:3 (2:2) die Oberhand. Trotz erneuter Schwierigkeiten spielt Bayer mit dem neuen Trainer Carles Martínez früh um die Champions-League-Plätze, ausgerechnet Robert Andrich brachte das Team früh auf Kurs.
Nach einem Doppelschlag durch Andrichs strammen Volleyschuss (5.) und Patrik Schick (9.) wackelte Leverkusen zunächst und ließ die Mainzer durch Anthony Cacis Treffer (33., 42.) wieder ins Spiel kommen. In der weiter abwechslungsreichen zweiten Hälfte brachte Jarell Quansah (55.) Bayer per Kopf zurück auf Siegkurs, Moussa Diaby (65.) erhöhte sehenswert. Der Anschluss durch Benedict Hollerbach (90.+2) kam zu spät für den FSV. Mit zehn Punkten stellte Leverkusen den Anschluss zur Spitze her, Mainz steht weiter bei sieben Zählern.
Martínez setzte erstmals in dieser Saison in der Liga von Beginn an auf Andrich, der ehemalige Nationalspieler hatte zuletzt angekündigt, sich "aufdrängen" zu wollen. Zu Saisonbeginn hatte er seinen Stammplatz und die Kapitänsbinde verloren. Bei Mainz feierte der zuvor verletzte Neuzugang Eric Martel sein Pflichtspieldebüt, er ersetzte in der Startelf im Vergleich zum Sieg vor der Länderspielpause in Mönchengladbach (4:3) Jae-Sung Lee.
Nach der dreiwöchigen Unterbrechung übernahmen die Leverkusener gleich das Kommando - und ausgerechnet Andrich eröffnete ein mitreißendes Spiel. Nach einer kurzen Kopfballabwehr von Phillipp Mwene traf der Mittelfeldspieler den Ball aus 20 Metern per Direktabnahme. Und es ging gleich weiter: Schick blockte Kacper Potulski nach einem Steilpass und hob den Ball am abermals machtlosen Alexander Schwolow vorbei ins Tor.
Die Mainzer wirkten überfordert, Leverkusen drückte aufs Gaspedal: Kapitän Edmond Tapsoba (14.) vergab die Chance auf ein frühes 3:0. Der Mainzer Stürmer Phillip Tietz hatte etwas später Glück, dass er Miguel Gutiérrez bei einem harten Einsteigen nicht voll traf und mit Gelb davon kam.
Wie aufgeweckt wirkten die Mainzer von der Aktion, sie standen nun besser und ergriffen in der Offensive das Ruder. Folgerichtig verkürzte Caci nach einer Ecke, Andrich hatte zuvor noch den ersten Versuch von Fabio Gruber vor der Linie geblockt. Noch vor der Pause spielte Amiri Caci auf der rechten Seite frei, der Franzose traf erneut.
Mainz drückte weiter, Amiri (49.) schoss knapp vorbei. Stattdessen schlug Leverkusen durch Quansah zu, im zweiten Anlauf erzielte er den glücklichen Führungstreffer. Schick hatte den Ball zuvor an die Hand bekommen, nach VAR-Eingriff blieb der Treffer aber bestehen. Diabys traumhafter Schlenzer unter die Latte bescherte den in der Schlussphase wieder offensiv ganz starken Gästen einen komfortablen Vorsprung. Dennoch wurde es noch einmal spannend.
H.Lono--HStB