Guterres: USA und China sollen bei Künstlicher Intelligenz zusammenarbeiten
UN-Generalsekretär António Guterres hat die USA und China zum Auftakt der Generaldebatte in New York zu Zusammenarbeit bei Künstlicher Intelligenz aufgerufen. Die Spitzenreiter bei der KI-Entwicklung trügen die "größte Verantwortung gegenüber der Menschheit" und sollten daher "Kanäle für Dialog, Transparenz, Vertrauen und Zusammenarbeit" einrichten, sagte Guterres am Dienstag vor den in New York versammelten Staats- und Regierungschefs.
Guterres erinnerte in diesem Zusammenhang an den Konflikt zwischen den USA und der Sowjetunion im Kalten Krieg. Damals hätten die "strategischen Rivalen" die Notwendigkeit erkannt, bei "existenziellen Risiken" zusammenzuarbeiten, sagte Guterres.
Guterres äußerte sich in seiner Rede auch zum Klimawandel und zum Nahost-Konflikt. Die Ölkonzerne hätten die Erdatmosphäre lange als Müllabladeplatz benutzt und daran kräftig verdient, sagte Guterres, der zum Jahresende nach zehn Jahren an der Spitze der UNO abgelöst wird. Im von Israel besetzten Westjordanland verbauten "Gewalt, Vertreibung und der Ausbau von Siedlungen" den Weg zum Frieden. In dem Palästinensergebiet gehe zudem das "Gespenst ethnischer Säuberungen" um.
Erster Redner bei der Generaldebatte ist im Anschluss der brasilianische Präsident Luiz Inácio Lula da Silva, danach folgt US-Präsident Donald Trump. Vergangenes Jahr hatte Trump die UNO in seiner Rede frontal angegriffen und ihr unter anderem Versagen bei der Friedensstiftung unterstellt.
Bei der Generaldebatte in New York debattieren einmal jährlich im Herbst Staats- und Regierungschefs aus aller Welt über die weltpolitischen Herausforderungen. Zu den Hauptthemen in diesem Jahr zählen die Kriege im Iran und in der Ukraine sowie die Risiken von KI.
Deutschland wird in New York wie schon im vergangenen Jahr durch Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) vertreten, der am Samstag vor der UN-Vollversammlung sprechen wird.
J.Manu--HStB